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GPSR

GPSR auf Shopware umsetzen (vs. Shopify)

GPSR-Pflichtangaben in Shopware umsetzen: native Zusatzfelder, echte Shopware-Plugins mit Preisen und der Vergleich zur Automatisierung auf Shopify.

GP GPSR Pro Redaktion
9. Juli 2026 9 Min
Inhalt dieses Artikels

Seit dem 13. Dezember 2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR) für jeden Online-Shop, der Verbraucher in der Europäischen Union beliefert. Das betrifft auch Shopware-Betreiber genauso wie Shopify-Händler. Herstellerangaben, eine verantwortliche Person und Sicherheitshinweise müssen direkt auf der Produktseite stehen, nicht in einem PDF oder auf einer separaten Kontaktseite. Dieser Artikel zeigt, was die GPSR konkret von Shopware-Shops verlangt, wie sich die Pflichtangaben nativ mit Shopware 6 umsetzen lassen, welche echten Shopware-Plugins für die GPSR existieren und was sie kosten, und wo der Weg auf Shopware strukturell von einer automatisierten Lösung wie gpsrpro.com auf Shopify abweicht.

Was ist die GPSR und warum betrifft sie Shopware-Shops?

Die GPSR heißt offiziell Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit. Sie ersetzt seit dem 13. Dezember 2024 die alte Produktsicherheitsrichtlinie 2001/95/EG und schreibt Online-Händlern deutlich genauere Informationspflichten vor als zuvor.

Kurz und kompakt:

  • Gültig seit: 13. Dezember 2024
  • Betrifft: alle Verkäufer von Verbraucherprodukten in der EU, unabhängig vom Shopsystem
  • Pflicht: Herstellerdaten, verantwortliche Person und Sicherheitshinweise direkt auf der Produktseite
  • Für Shopware-Händler: die Angaben lassen sich nativ über Zusatzfelder oder Wesentliche Merkmale einpflegen, ganz ohne Plugin nötig

Für Shopware-Betreiber heißt das konkret, dass die Pflichtangaben in den Shop selbst gehören und nicht in eine verlinkte Unterseite. Die Verordnung verfolgt zwei Ziele gleichzeitig: den Verbraucherschutz stärken und einheitliche Sicherheitsstandards im europäischen Binnenmarkt schaffen, egal ob der Shop auf Shopware, Shopify oder einem anderen System läuft. Die folgende Übersicht fasst die vier Pflichtkategorien noch einmal visuell zusammen.

Übersicht der vier GPSR-Pflichtangaben für Shopware-Shops

Welche Pflichtangaben muss ich in meinem Shopware-Shop zeigen?

Jede betroffene Produktseite im Shopware-Shop braucht vier Arten von Angaben, und zwar sichtbar auf der Seite selbst, nicht hinter einem Link versteckt.

Diese vier Kategorien sind Pflicht:

  • Name des Herstellers, eingetragener Handelsname oder Handelsmarke
  • Postanschrift und elektronische Kontaktadresse des Herstellers (E-Mail oder Kontaktformular)
  • Bei Herstellern außerhalb der EU zusätzlich Name, Anschrift und elektronische Adresse einer verantwortlichen Person in der EU
  • Produktkennzeichnung (Bild, Typ, Modell- oder Seriennummer) sowie vorhandene Warn- und Sicherheitshinweise in der jeweiligen Landessprache

Ein Link auf eine allgemeine Kontaktseite reicht dafür nicht aus. Genau das übersehen viele Shopware-Händler beim Umstieg auf die neue Rechtslage, weil die alten Impressumsangaben diese Pflicht nicht automatisch abdecken. Wer wissen möchte, welche konkreten Bußgelder bei fehlenden Angaben drohen, findet die Einordnung nach EU-Mitgliedstaat im Beitrag GPSR-Bußgelder 2026.

Für welche Produkte gilt die GPSR und welche Ausnahmen gibt es?

Die Regel ist bewusst breit gefasst und gilt für praktisch jedes Verbraucherprodukt, das ein Shopware-Shop verkauft.

Nur wenige Kategorien sind ausgenommen:

  • Arzneimittel
  • Lebensmittel und Futtermittel
  • Pflanzenschutzmittel
  • Antiquitäten
  • Lebende Pflanzen und Tiere
  • Fahrzeuge und Luftfahrzeuge, soweit sie eigenen Zulassungsregeln unterliegen

Auch gebrauchte Ware zählt dazu, sobald sie nach dem 13. Dezember 2024 erneut verkauft wird. Ein gebrauchtes Elektrogerät, das ein Shopware-Händler heute neu einstellt, braucht dieselben Pflichtangaben wie ein Neuprodukt. Nur Ware, die bereits vor dem Stichtag rechtmäßig verkauft wurde, behält ihren bisherigen Status.

Wie setze ich die GPSR nativ in Shopware um?

Shopware bietet seit Version 6.6.7 zwei native Wege, um die Pflichtangaben ohne zusätzliches Plugin einzupflegen. Beide sind kostenlos, weil sie Teil des Kernsystems sind. Shopware beschreibt beide Wege auch in der eigenen Anleitung zur Produktsicherheitsverordnung, wie der folgende Screenshot der offiziellen Seite zeigt.

Screenshot der offiziellen Shopware Anleitung zur Produktsicherheitsverordnung

Wesentliche Merkmale (Vorlagen)

Unter Einstellungen > Shop > Wesentliche Merkmale lassen sich Vorlagen anlegen, die festlegen, welche Produktangaben angezeigt werden. Über die Funktion “Feld hinzufügen” ergänzt man die GPSR-Pflichtfelder, weist die Vorlage einzelnen Produkten zu, und die Angaben erscheinen automatisch auf der Produktdetailseite und im Checkout.

Zusatzfelder (Custom Fields)

Zusatzfelder gibt es seit rund Dezember 2024 unter Einstellungen > System > Zusatzfelder oder per API. Damit lassen sich eigene Datenfelder für Hersteller- oder verantwortliche-Person-Angaben anlegen und zentral pflegen. Eine Änderung an einem Zusatzfeld aktualisiert automatisch alle Layouts, die auf dieses Feld verweisen, was bei vielen Herstellern in einem Katalog Zeit spart.

Wer statt der Standardvorlage ein Theme mit eigenen GPSR-Feldern nutzt, findet ein Beispiel im aloha Theme für Shopware 6 ab Version 3.3.0. Dort lassen sich Hersteller- und Verantwortliche-Person-Daten, bis zu drei Sicherheitshinweis-Reiter und bis zu drei Produktdownloads direkt im Theme konfigurieren. Das ist aber eine Eigenschaft dieses speziellen Themes und keine Shopware-Standardfunktion. Welcher der beiden nativen Wege sich eher lohnt, hängt vor allem von der Zahl der Hersteller im Katalog ab, wie die folgende Entscheidungshilfe zeigt.

Entscheidungshilfe: GPSR nativ in Shopware umsetzen oder Plugin nutzen

Gibt es ein Shopware-Plugin für die GPSR?

Ja, im Shopware Store stehen mehrere GPSR-spezifische Erweiterungen zur Verfügung, die über die reinen Bordmittel hinausgehen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Verwaltungsaufwand sie abnehmen und wie sie die Daten anzeigen.

  • GPSR Produktsicherheitsverordnung Professional von ACRIS E-Commerce GmbH kostet 9,99 Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr. Die Erweiterung ergänzt Hersteller- und Verantwortliche-Person-Felder, Produkttyp und -kennzeichnung sowie Warn- und Sicherheitshinweise, und arbeitet mit einem dreistufigen Prioritätssystem aus Regel, Produkt und Hersteller, sodass sich Daten zentral pflegen und automatisch vererben lassen. Shopware selbst nennt diese Erweiterung in der eigenen Anleitung als Option.
  • EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR) von Fishnet Services kostet 4,99 Euro im Monat oder 47,88 Euro im Jahr. Sie deckt die Pflichtfelder auf Herstellerebene ab und zeigt sie unter der Produktbeschreibung, allerdings ohne Vererbungslogik oder Produkt-Override.
  • GPSR Toolbox von BlueWolf kostet 3,90 Euro im Monat oder 39 Euro im Jahr. Sie zeigt Herstellerdaten sowie bis zu sechs hochladbare Dokumente pro Produkt als Reiter oder Button, die Konfiguration erfolgt manuell.
  • General Product Safety Regulation (GPSR) Plugin von Esono AG bietet eine kostenlose Testphase und blendet ein Compliance-Badge auf Listing- und Detailseiten ein, sobald die GPSR-Felder vollständig ausgefüllt sind.

Der folgende Screenshot zeigt die ACRIS-Erweiterung direkt im Shopware Store mit ihrer echten Bewertung und Preisstruktur.

Screenshot des ACRIS GPSR Plugins im Shopware Store

Wichtig für die Erwartungshaltung: Keine dieser Erweiterungen generiert Sicherheitstexte automatisch oder füllt Herstellerdaten selbstständig aus einer externen Quelle. Alle vier sind strukturierte Eingabemasken, in die ein Händler die Angaben einmalig pro Hersteller oder Regel einträgt. Das ist ein klarer Unterschied zu einer automatisierten Compliance-App, wie sie auf anderen Plattformen existiert.

Shopware oder Shopify: Wo ist die GPSR-Umsetzung einfacher?

Strukturell unterscheiden sich beide Plattformen weniger im Ergebnis als im Weg dorthin. Auf Shopware trägt ein Händler die Pflichtangaben über native Zusatzfelder oder eines der oben genannten Plugins manuell ein, einmal pro Hersteller oder Produktregel. Auf Shopify übernimmt eine App wie gpsrpro.com diese Pflege automatisiert direkt am Produkt, inklusive Vorschlägen für Sicherheitshinweise und laufender Aktualisierung, wenn sich Herstellerdaten ändern. Die folgende Gegenüberstellung zeigt den Unterschied im Automatisierungsgrad auf einen Blick.

Vergleich der GPSR-Automatisierung auf Shopware und Shopify mit gpsrpro.com

KriteriumShopwareShopify (mit gpsrpro.com)
EinrichtungsaufwandMittel, Zusatzfelder oder Plugin einmalig konfigurierenNiedrig, App-Installation und Dateneingabe pro Hersteller
AutomatisierungsgradManuelle Eingabe, teils mit Vererbung über RegelnAutomatisierte Zuordnung und Pflege pro Produkt
Laufende Pflege bei neuen ProduktenManuell pro Produkt oder Hersteller-Vorlage zuweisenAutomatisch über hinterlegte Herstellerprofile
Kosten0 Euro nativ, 3,90 bis 9,99 Euro im Monat für PluginsAbo-Preis der App

Wichtig für die Einordnung: gpsrpro.com ist heute ausschließlich für Shopify verfügbar und bewusst nicht als Shopware-Plugin positioniert. Shopware-Händler, die eine ähnlich automatisierte Erfahrung suchen, sind aktuell auf die vier genannten Store-Erweiterungen und deren manuelle Eingabelogik angewiesen. Wer neu über die Plattformwahl nachdenkt und Automatisierung bei der GPSR-Pflege priorisiert, sollte diesen Unterschied in die Entscheidung einbeziehen. Wie genau die automatisierte GPSR-Pflege auf Shopify im Alltag aussieht, zeigt der Beitrag GPSR-Compliance-Guide für Shopify. Wer stattdessen von JTL-Shop aus vergleicht, findet die gleiche Gegenüberstellung im Beitrag GPSR auf JTL-Shop umsetzen (vs. Shopify).

Was müssen Shopware-Händler beim Import aus Drittländern wie China beachten?

Wer Produkte von Herstellern außerhalb der EU bezieht, etwa aus China, braucht zusätzlich eine benannte verantwortliche Person mit Sitz in der EU. Diese Person muss mit Name, Anschrift und elektronischer Adresse auf der Produktseite erscheinen und steht im Kontakt mit Marktüberwachungsbehörden. Eine ausführliche Erklärung der drei Wege, wie Shopware-Händler zu einer solchen EU-verantwortlichen Person kommen, und was das kostet, gilt plattformübergreifend für Shopware genauso wie für Shopify.

Für Einführer gelten eigene Pflichten, unabhängig vom Shopsystem:

  • Prüfen, ob der Hersteller außerhalb der EU bereits eine verantwortliche Person benannt hat, bevor das Produkt eingestellt wird
  • Sicherstellen, dass Konformitätsunterlagen und Sicherheitsinformationen des Herstellers vorliegen und in der Landessprache verfügbar sind
  • Die eigenen Kontaktdaten als Einführer ergänzend bereitstellen, wenn keine andere verantwortliche Person benannt wurde
  • Produkte aus dem Sortiment nehmen, sobald der Hersteller oder die Lieferkette nicht mehr die nötigen Nachweise liefert

Dieser Punkt betrifft Shopware-Händler mit Dropshipping- oder Direktimport-Modellen besonders häufig, weil viele Lieferanten aus Drittländern die GPSR-Anforderungen noch nicht von sich aus erfüllen. Wer sein Geschäftsmodell über Dropshipping oder Print-on-Demand betreibt, findet die Rollenverteilung zwischen Hersteller, Einführer und Händler im Detail im Beitrag GPSR für Dropshipping und Print-on-Demand, und die spezifischen Importeur-Pflichten nach Artikel 13 der GPSR im Beitrag GPSR für Importeure.

Häufige Fragen zur GPSR auf Shopware

Muss ich als kleiner Shopware-Shop die GPSR trotzdem umsetzen?

Ja, die GPSR gilt unabhängig von Shopgröße oder Umsatz für jeden Anbieter von Verbraucherprodukten in der EU, auch für kleine Shopware-Shops ohne eigene Rechtsabteilung.

Reicht ein Zusatzfeld in Shopware für die GPSR-Pflichtangaben aus?

Ein Zusatzfeld kann ausreichen, wenn es korrekt mit den vier Pflichtkategorien verknüpft und auf jeder betroffenen Produktseite sichtbar ist, doch bei vielen Herstellern lohnt sich die zentrale Pflege über eine Vorlage oder ein Plugin.

Gibt es ein kostenloses Shopware-Plugin für die GPSR?

Ein dediziertes kostenloses Standard-Plugin gibt es aktuell nicht, aber die native Zusatzfelder-Funktion von Shopware selbst ist kostenlos, und Esono bietet für sein Plugin eine kostenlose Testphase an.

Kann ich gpsrpro.com auch mit Shopware nutzen?

Nein, gpsrpro.com ist aktuell ausschließlich für Shopify verfügbar. Shopware-Händler nutzen stattdessen die nativen Zusatzfelder oder eines der im Shopware Store verfügbaren GPSR-Plugins.

Was passiert, wenn ich die GPSR-Pflichtangaben nicht umsetze?

Fehlende Pflichtangaben können Abmahnungen durch Wettbewerber sowie Bußgelder und verstärkte Kontrollen durch Marktüberwachungsbehörden nach sich ziehen, deren Höhe je nach EU-Mitgliedstaat unterschiedlich ausfällt.

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GPSR Pro Redaktion

Unser Redaktionsteam verfolgt die GPSR-Rechtslage in der DACH-Region und übersetzt sie in umsetzbare Schritte für Shopify-Händler.

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