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GPSR auf JTL-Shop umsetzen (vs. Shopify)

Wie Sie GPSR-Pflichtangaben im JTL-Shop einrichten, das JTL-GPSR-Plugin nutzen und wo Shopify mit gpsrpro.com die Datenpflege automatisiert.

GP GPSR Pro Redaktion
8. Juli 2026 8 Min
Inhalt dieses Artikels

Seit dem 13. Dezember 2024 gilt die neue EU-Verordnung zur allgemeinen Produktsicherheit, kurz GPSR oder Produktsicherheitsverordnung, für alle Online-Shops in der EU. Das trifft auch JTL-Shop-Betreiber. Sie müssen Herstellerangaben, eine verantwortliche Person und Sicherheitshinweise direkt auf ihren Produktseiten zeigen, nicht in einem Dokument irgendwo im Shop versteckt. Dieser Artikel zeigt, welche Pflichtangaben konkret nötig sind, wie das JTL-GPSR-Plugin und die JTL-Wawi-Datenpflege funktionieren, was Händler mit Lieferanten außerhalb der EU beachten müssen und wo der manuelle JTL-Workflow gegenüber einer automatisierten Lösung wie gpsrpro.com auf Shopify an seine Grenzen stößt.

Was ist die GPSR und warum betrifft sie JTL-Shop-Händler?

Die GPSR heißt offiziell Verordnung (EU) 2023/988. Sie ersetzt seit dem 13. Dezember 2024 die alte Allgemeine Produktsicherheitsrichtlinie 2001/95/EG und verschärft die Informationspflichten im Online-Handel spürbar. Herstellerdaten, eine verantwortliche Person und Sicherheitshinweise sind jetzt Pflicht auf jeder betroffenen Produktseite.

Für JTL-Shop-Betreiber heißt das konkret: Diese Angaben gehören direkt in den Shop, nicht in ein PDF und nicht auf eine separate Unterseite. Die Verordnung verfolgt zwei Ziele gleichzeitig, den Verbraucherschutz stärken und einheitliche Sicherheitsstandards im europäischen Binnenmarkt schaffen.

Für welche Produkte gilt die GPSR im JTL-Shop?

Die Regel ist breit gefasst. Sie gilt für alle Produkte, die für Verbraucher bestimmt sind oder von ihnen vernünftigerweise genutzt werden könnten, also praktisch für jeden JTL-Shop-Katalog mit Endkundengeschäft.

Nur wenige Kategorien sind ausgenommen:

  • Arzneimittel
  • Lebensmittel
  • Pflanzenschutzmittel
  • Antiquitäten

Auch gebrauchte Ware zählt dazu, sobald sie nach dem 13. Dezember 2024 wieder verkauft wird. Ein Beispiel: Ein gebrauchtes Elektrogerät, das ein JTL-Händler heute neu einstellt, braucht dieselben Pflichtangaben wie ein Neuprodukt.

Welche Pflichtangaben muss ich in meinem JTL-Shop anzeigen?

Jede betroffene Produktseite im JTL-Shop muss bestimmte Angaben direkt zeigen. Ein Link auf eine Kontaktseite reicht nicht. Genau das übersehen viele Händler beim Umstieg auf die GPSR.

Diese Angaben gehören auf jede Produktseite:

  • Name des Herstellers
  • Postanschrift des Herstellers
  • Elektronische Adresse (E-Mail) des Herstellers
  • Name und Kontaktdaten der verantwortlichen Person, sofern der Hersteller keinen Sitz in der EU hat
  • Produktbild und Typenbezeichnung zur eindeutigen Identifikation
  • Warnhinweise und Sicherheitsinformationen in der Sprache des Käuferlandes

Der letzte Punkt wird oft übersehen. Sobald ein JTL-Shop auch in andere EU-Länder verkauft, müssen Warnhinweise in der jeweiligen Landessprache erscheinen, nicht nur auf Deutsch. Die Zielsprachen aktiviert man in der JTL-Wawi unter Admin > Allgemeine Einstellungen > Sprachen und hinterlegt die Texte anschließend pro Sprache in den Artikelstammdaten.

Wie richte ich das JTL-GPSR-Plugin ein?

Der schnellste Weg führt über das kostenlose JTL-GPSR-Plugin aus dem JTL-Extension-Store. Es läuft ab JTL-Shop Version 5.0.X. Wie die Daten dann gepflegt werden, hängt von der installierten JTL-Wawi-Version ab. Alternativ bieten auch Drittanbieter wie NETZdinge.de ein eigenes GPSR-Herstellerinformationen-Plugin an, das einige Händler dem Standard-Plugin vorziehen, etwa wegen einer einfacheren globalen Datenpflege.

JTL-Wawi ab Version 1.9.6.0: native GPSR-Felder nutzen

Ab Version 1.9.6.0 bringt JTL-Wawi eigene GPSR-Felder mit. Herstellerkontaktdaten pflegt man im neuen Reiter Kontakt unter Artikel > Hersteller. Für Hersteller ohne Sitz in der EU legt man die verantwortliche Person über das neue Menü Artikel > Verantwortliche Person an und weist sie den betroffenen Artikeln zu.

Nach einem Update übernimmt JTL-Wawi bestehende Funktionsattribute automatisch in diese neuen Felder. Ein wichtiger Punkt bleibt: Das GPSR-Plugin im JTL-Shop wird trotzdem weiterhin gebraucht, sonst erscheinen die Daten nicht auf der Produktseite.

JTL-Wawi 1.9.5.4 oder älter: Funktionsattribute und CSV-Import

Auf älteren Versionen läuft die Pflege über Funktionsattribute. So geht der Ablauf:

  1. Funktionsattribute für Hersteller anlegen, etwa gpsr_manufacturer_name, gpsr_manufacturer_street und gpsr_manufacturer_email, dazu die passenden gpsr_responsibleperson-Attribute für Hersteller außerhalb der EU.
  2. Artikel in der Artikelverwaltung filtern, zum Beispiel nach Hersteller oder aktiven Artikeln.
  3. Über Rechtsklick auf die Spaltenüberschrift die Tabelleneinstellung als CSV-Datei exportieren.
  4. Die CSV-Datei in Excel bearbeiten. Alle Spalten außer der Artikelnummer entfernen, dann je Funktionsattribut ein Spaltenpaar aus Attributname und Attributwert anlegen.
  5. Die bearbeitete Datei über JTL-Ameise importieren und die Spaltenzuordnung zu Attributname und Attributwert prüfen.
  6. Eine vollständige Synchronisation für Artikel und Hersteller ausführen, damit die Daten im JTL-Shop ankommen.

Der Weg funktioniert zuverlässig. Bei mehreren hundert Artikeln und wechselnden Herstellern kostet er aber spürbar Zeit. Wie sich dieser manuelle Ablauf gegenüber einer automatisierten Lösung schlägt, zeigt die folgende Übersicht.

Vergleich der GPSR-Datenpflege: manueller JTL-Workflow gegenüber automatisiertem Shopify-Workflow mit gpsrpro.com

Was tun als Händler außerhalb der EU oder mit chinesischen Lieferanten?

Hat der Hersteller keinen Sitz in der EU oder im EWR, braucht es eine verantwortliche Person innerhalb der EU. Das trifft besonders JTL-Händler, die Ware direkt aus China beziehen. Auch White-Label-Produkte fallen darunter, wenn der eigentliche Hersteller nicht in Europa sitzt.

Diese verantwortliche Person nennt man oft EU-Bevollmächtigter oder EU-AR. Ihre Aufgabe: die technische Dokumentation bereithalten, als Ansprechpartner bei Sicherheitsfragen dienen und reagieren, wenn Behörden Informationen zu einem Produkt anfordern.

Meist läuft die Benennung über spezialisierte Dienstleister oder Compliance-Plattformen mit einem geprüften Verzeichnis. gpsrpro.com etwa führt ein solches EU-AR-Anbieter-Verzeichnis direkt in der App. Händler mit Lieferanten aus Drittländern müssen dann nicht selbst suchen. Die Kosten variieren stark je nach Anbieter und Produktkategorie, ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich fast immer.

Welche zusätzlichen Pflichten haben Hersteller nach der GPSR?

Wer selbst Hersteller ist, nicht nur Wiederverkäufer, trägt mehr Verantwortung. Vor dem Inverkehrbringen steht eine Pflicht: die Risikobewertung.

Diese Punkte gehören dazu:

  • Gefahren identifizieren, die vom Produkt ausgehen können
  • Wahrscheinlichkeit und Schwere möglicher Risiken bewerten
  • Maßnahmen zur Risikominderung festlegen
  • Ergebnisse dokumentieren und mindestens zehn Jahre aufbewahren

Ein Punkt sorgt in der Praxis oft für Verwirrung. Die GPSR-Pflichtangaben auf der Produktseite sind nicht dasselbe wie eine CE-Konformitätserklärung. Diese Erklärung ist ein eigenes Dokument, nötig für bestimmte Produktkategorien nach ihren jeweiligen EU-Richtlinien, etwa Maschinen, Spielzeug, Funkanlagen oder persönliche Schutzausrüstung. Ein Produkt kann GPSR-konform beschrieben sein und trotzdem eine fehlende oder veraltete Konformitätserklärung haben.

JTL-Shop oder Shopify: Was ist der einfachere Weg zur GPSR-Konformität?

Beide Plattformen lassen sich GPSR-konform betreiben. Der Unterschied zeigt sich woanders: bei der laufenden Pflege, sobald sich Lieferanten, Produkte oder Herstellerdaten ändern.

Im JTL-Ökosystem bleibt vieles manuell. Funktionsattribute anlegen, CSV-Dateien exportieren und importieren, Synchronisationen anstoßen. Bei einem stabilen Sortiment mit wenigen Herstellern ist das gut zu bewältigen. Wechseln Lieferanten häufig oder wächst der Katalog auf mehrere hundert Artikel, steigt der Pflegeaufwand deutlich.

Auf Shopify übernimmt eine dedizierte App wie gpsrpro.com große Teile dieser Arbeit automatisch, wie unser Leitfaden zu GPSR auf Shopify im Detail zeigt. Die Tabelle zeigt den Unterschied zum JTL-Weg im Detail:

KriteriumJTL-Shop (nativ)Shopify + gpsrpro.com
ErsteinrichtungGPSR-Plugin installieren, Felder oder Funktionsattribute anlegenApp installieren, Produktdaten importieren
Laufende DatenpflegeManuell über JTL-Wawi, bei älteren Versionen per CSV-ImportKI-Auto-Fill erkennt Herstellerdaten automatisch aus vorhandenen Produktinformationen
Hersteller außerhalb der EUVerantwortliche Person manuell recherchieren und pflegenEU-AR-Anbieter-Verzeichnis direkt in der App
Mehrsprachige WarnhinweiseManuelle Übersetzung je ZielmarktAutomatische Übersetzung in 24 EU-Sprachen
Nachweis bei PrüfungenEigene Dokumentation, keine automatische ProtokollierungGerichtsfester Audit-Trail mit Zeitstempel und Hash-Schutz
CE-KonformitätserklärungSeparat erstellen oder beauftragenIntegrierter CE-Konformitätserklärung-Generator

Wer schon vollständig in JTL-Wawi investiert ist und ein überschaubares, stabiles Sortiment führt, kommt mit dem nativen JTL-Weg gut zurecht. Bei vielen Produktvarianten, wechselnden Lieferanten aus Drittländern oder mehreren Sprachmärkten spart eine automatisierte Lösung dagegen spürbar Zeit. So präsentiert sich eine solche Lösung auf der Shopify-Seite:

Startseite von gpsrpro.com mit KI-Hersteller-Erkennung, Audit-Trail und EU-AR-Verzeichnis für Shopify-Händler

Wie funktioniert die GPSR bei verbundenen Shops und Marktplätzen?

Manche JTL-Händler nutzen JTL-Wawi als zentrales System und binden über den JTL-Connector weitere Plattformen an. Laut der offiziellen JTL-FAQ zu GPSR gehen die Daten an Shopware 6 automatisch als eigene benutzerdefinierte Felder, bei PrestaShop erscheinen sie am Ende der Produktbeschreibung. Für Shopify ist das genaue Feld-Mapping über den JTL-Connector laut offizieller JTL-Dokumentation noch in Abstimmung. Das macht diesen Weg für Shopify-Anbindungen aktuell weniger verlässlich als eine direkte App-Lösung auf Shopify selbst.

Auch Marktplätze wie eBay übernehmen Daten aus JTL-Wawi. Bei neuen Angeboten reicht die normale Synchronisation. Bestehende Angebote müssen einmalig über die Funktion Angebote vollständig aktualisieren neu übertragen werden, etwa eine Minute pro Angebot.

GPSR-Checkliste für JTL-Händler

Vor dem nächsten Produkt-Update lohnt sich dieser Check:

  • GPSR-Plugin im JTL-Shop installiert und aktiv
  • Herstellerdaten für alle Artikel in JTL-Wawi vollständig gepflegt
  • Verantwortliche Person für Hersteller ohne EU-Sitz benannt und hinterlegt
  • Warnhinweise in allen relevanten Zielsprachen vorhanden
  • Risikobewertung für eigene Produkte dokumentiert und archiviert
  • Entscheidung getroffen, ob der manuelle JTL-Workflow ausreicht oder eine automatisierte Lösung wie gpsrpro.com den Pflegeaufwand senken würde

Häufige Fragen zur GPSR im JTL-Shop

Ist das JTL-GPSR-Plugin kostenlos? Ja, das offizielle GPSR-Plugin aus dem JTL-Extension-Store ist kostenlos und läuft ab JTL-Shop Version 5.0.X.

Brauche ich noch das GPSR-Plugin, wenn meine JTL-Wawi bereits native GPSR-Felder hat? Ja. Auch mit JTL-Wawi ab Version 1.9.6.0 bleibt das Plugin im JTL-Shop nötig, sonst erscheinen die gepflegten Daten nicht auf der Produktseite.

Reicht ein Link zu den Kontaktdaten in den AGB aus? Nein. Die GPSR verlangt, dass Herstellerangaben und Sicherheitshinweise direkt auf der Produktseite sichtbar sind. Eine reine Verlinkung erfüllt diese Pflicht nicht.

Wer muss eine verantwortliche Person in der EU benennen? Jeder Händler, dessen Hersteller keinen Sitz in der EU oder im EWR hat. Das betrifft häufig Lieferanten aus China oder anderen Drittländern.

Was passiert bei bereits bestehenden eBay-Angeboten nach Ergänzung der GPSR-Daten? Sie übernehmen die neuen Daten erst nach einer vollständigen Aktualisierung über die Funktion Angebote vollständig aktualisieren. Das dauert pro Angebot rund eine Minute.

Lohnt sich der Wechsel von JTL zu Shopify nur wegen der GPSR? Nein, das allein ist selten ein guter Grund. Ist ein Shopify-Einsatz oder Multi-Channel-Verkauf ohnehin geplant, senkt eine App wie gpsrpro.com aber den laufenden Pflegeaufwand deutlich gegenüber dem manuellen JTL-Workflow.

Fazit

Die GPSR verlangt von jedem JTL-Shop-Betreiber sichtbare Herstellerangaben, eine verantwortliche Person bei Herstellern außerhalb der EU und mehrsprachige Sicherheitshinweise direkt auf der Produktseite. Das kostenlose JTL-GPSR-Plugin zusammen mit den passenden JTL-Wawi-Feldern deckt die gesetzlichen Pflichten zuverlässig ab. Wer viele Artikel, wechselnde Lieferanten aus Drittländern oder mehrere Sprachmärkte betreut, sollte den Aufwand der manuellen Pflege gegen eine automatisierte Lösung wie gpsrpro.com abwägen, bevor der nächste große Produktimport ansteht.

GP

GPSR Pro Redaktion

Unser Redaktionsteam verfolgt die GPSR-Rechtslage in der DACH-Region und übersetzt sie in umsetzbare Schritte für Shopify-Händler.

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