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Mehrsprachige GPSR-Pflichtangaben: 24 EU-Sprachen automatisch

GPSR-Sprachpflicht einfach erklärt: Welche Angaben übersetzt werden müssen, welche Sprache in welchem EU-Land gilt und wie Shopify-Händler alle 24 Sprachen automatisch abdecken.

GP GPSR Pro Redaktion
29. Juni 2026 8 min
Inhalt dieses Artikels

Die GPSR verlangt, dass Warnhinweise und Sicherheitsinformationen in der Landessprache jedes Zielmarkts stehen. Wer EU-weit versendet, kommt auf bis zu 24 Sprachen. Wer ausschließlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft, bleibt bei Deutsch. Was genau übersetzt werden muss, welche Sprache in welchem Land gilt und wie Shopify-Händler die Pflicht ohne manuellen Aufwand erfüllen, erklärt dieser Leitfaden.

Was schreibt die GPSR zu Sprachen vor?

Art. 19 Abs. 1 der Allgemeinen Produktsicherheitsverordnung (Verordnung (EU) 2023/988) listet, welche Angaben auf jeder Produktseite erscheinen müssen (eine vollständige Übersicht aller acht Pflichtangaben bietet unser GPSR-Informationspflicht-Leitfaden). Eine Vorschrift sticht heraus. Buchstabe g der Vorschrift betrifft Warnhinweise und Sicherheitsinformationen: Diese müssen in einer Sprache vorliegen, “die für Verbraucher leicht verständlich ist und die von dem Mitgliedstaat bestimmt wird, in dem das Produkt auf dem Markt bereitgestellt wird.”

Das bedeutet: Nicht die EU-Kommission legt eine Einheitssprache fest, sondern jeder Mitgliedstaat entscheidet, welche Sprache auf seinem Territorium gilt. In der Praxis ist das fast immer die jeweilige nationale Amtssprache. Einige Staaten haben jedoch mehrere Amtssprachen.

Wichtig für Online-Händler: Die Sprachpflicht gilt dann, wenn du ein Produkt tatsächlich in einem Mitgliedstaat “auf dem Markt bereitstellt”, also verkaufst und dorthin lieferst. Zufällige Besuche zählen nicht. Ein Klick aus Spanien auf einen nur auf Deutschland ausgerichteten Shop löst die Sprachpflicht für Spanisch nicht aus.

Welche GPSR-Angaben müssen übersetzt werden – und welche nicht?

Nicht alle acht Art.-19-Pflichtangaben unterliegen der Sprachpflicht. Die Übersetzungspflicht gilt nur für die Angaben, die der direkten Sicherheit der Verbraucher dienen und ohne Sprachkompetenz des Käufers nicht verstanden werden könnten:

  • Warnhinweise (z.B. “Von Kindern fernhalten”, “Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet”)
  • Sicherheitsinformationen (z.B. Bedienungsanleitung, Entsorgungshinweis, Schutzausrüstungspflicht)

Diese Angaben müssen in der Sprache des Ziellandes stehen.

Vergleich: Welche GPSR-Angaben übersetzt werden müssen und welche nicht

Nicht übersetzt werden müssen:

  • Name und Handelsmarke des Herstellers
  • Postanschrift des Herstellers
  • E-Mail-Adresse des Herstellers
  • Produktbild
  • Produkttyp oder Produktbezeichnung
  • Weitere Produktidentifikatoren (Artikelnummer, Serien- oder Chargennummer)
  • Daten der verantwortlichen Person (EU-AR)

Diese Angaben können in einer Sprache stehen bleiben, weil sie primär der Identifikation und Kontaktaufnahme dienen, nicht der Verbrauchersicherheit im sprachlichen Sinne.

Wichtig für die Darstellung: Warnhinweise und Sicherheitsinformationen müssen direkt und gut sichtbar im Produktangebot erscheinen. Ein Verweis auf eine externe PDF-Datei oder die Bedienungsanleitung genügt nicht. QR-Codes können ergänzend eingesetzt werden, ersetzen jedoch nicht die Textdarstellung im Listing. Alle Hinweise, die auf dem Produkt oder der Verpackung stehen, müssen auch im Online-Angebot sichtbar sein. Das ist verpflichtend.

Praktisch bedeutet das: Wer Produkte mit kurzen, standardisierten Warnhinweisen verkauft, hat weniger Übersetzungsaufwand als jemand mit umfangreichen Bedienungsanleitungen.

Welche Sprache gilt in welchem EU-Land?

Die folgende Tabelle zeigt für alle 27 EU-Mitgliedstaaten, welche Sprache(n) die Warnhinweise und Sicherheitsinformationen erfordern.

LandSprache(n) für GPSR-WarnhinweiseBesonderheit
DeutschlandDeutsch
ÖsterreichDeutsch
FrankreichFranzösisch
ItalienItalienisch
SpanienSpanischRegionale Sprachen (Katalanisch etc.) sind keine EU-Amtssprachen
PolenPolnisch
NiederlandeNiederländisch
SchwedenSchwedisch
DänemarkDänisch
FinnlandFinnisch, SchwedischBeide Amtssprachen des Landes
IrlandIrisch, EnglischBeide Amtssprachen; Englisch praktisch dominierend
PortugalPortugiesisch
TschechienTschechisch
RumänienRumänisch
UngarnUngarisch
GriechenlandGriechisch
BulgarienBulgarisch
SlowakeiSlowakisch
KroatienKroatisch
SlowenienSlowenisch
LitauenLitauisch
LettlandLettisch
EstlandEstnisch
BelgienNiederländisch, Französisch, DeutschJe nach Region des Käufers
LuxemburgFranzösisch, DeutschLuxemburgisch ist keine EU-Amtssprache; Französ. oder Deutsch reichen
MaltaMaltesisch, EnglischEnglisch weitgehend akzeptiert
ZypernGriechischTürkisch ist keine EU-Amtssprache

Die EU hat 24 offizielle Amtssprachen bei 27 Mitgliedstaaten. Das liegt daran, dass Englisch in Irland und Malta, Schwedisch in Finnland und Deutsch in Belgien und Luxemburg bereits in anderen Ländern gesprochen wird.

Muss ich wirklich alle 24 EU-Sprachen übersetzen?

Nein. Du brauchst nur die Sprachen der Länder, in die du tatsächlich verkaufst und lieferst.

Die folgenden Zahlen zeigen, was EU-weiter Versand in der Praxis bedeutet:

GPSR-Sprachpflicht in Zahlen: 24 Amtssprachen, 27 Länder, Kosten und Bußgelder

Nur DACH-Versand: Deutsch reicht vollständig aus. Deutschland, Österreich und die (nicht-EU-) Schweiz kommen alle mit einer deutschen Sprachversion aus.

Versand in ausgewählte EU-Länder: Wer Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande beliefert, kommt mit vier Sprachen aus: Deutsch, Französisch, Italienisch und Niederländisch.

Vollständiger EU-Versand: Wer alle 27 EU-Länder beliefert, kommt auf bis zu 24 Sprachen. Das ist der Maximalfall. Belgien allein erfordert drei Sprachversionen, weil das Land drei Sprachregionen hat.

Eine pragmatische Strategie für wachsende Shops: Beginne mit den Märkten, in denen du heute schon Umsatz machst. Richte die Sprachversionen für genau diese Länder ein. Erweitere schrittweise, sobald du in neue Märkte gehst – die nächste Sprachversion ist bei automatisierter Übersetzung oft in wenigen Minuten eingerichtet, nicht in Wochen oder Monaten. In Shopify lässt sich das über Shopify Markets sehr präzise steuern.

Englisch als Lingua Franca reicht nicht. Art. 19 GPSR stellt explizit auf die Sprache ab, “die von dem Mitgliedstaat bestimmt wird.” Finn:innen sprechen Englisch, aber Finnland hat Finnisch und Schwedisch als seine Amtssprachen festgelegt. Englische Warnhinweise in Finnland erfüllen die Anforderungen der Verordnung allerdings nicht.

Der manuelle Weg: Warum Übersetzen per Hand nicht skaliert

Viele Händler beginnen mit manuellen Übersetzungen oder beauftragen ein Übersetzungsbüro. Für einen kleinen Katalog funktioniert das. Ab einer bestimmten Produktzahl wird der Aufwand prohibitiv – und zwar nicht nur einmalig beim Erstanlegen, sondern auch bei jeder Produktänderung, jedem Marktaustritt und jeder Anpassung von EU-Musterhinweisen.

Beispielrechnung: Ein Shop mit 500 Produkten möchte zehn EU-Märkte beliefern. Jedes Produkt hat im Schnitt 80 Wörter Warnhinweise. Das ergibt 500 × 80 × 10 = 400.000 Übersetzungswörter. Enorm. Professionelle Fachübersetzungen kosten zwischen 0,10 und 0,25 EUR pro Wort – der Einmalaufwand liegt damit bei 40.000 bis 100.000 EUR, noch ohne laufende Pflege bei Produktänderungen oder Katalogerweiterungen.

Shopify bietet mit “Translate & Adapt” eine eingebaute Übersetzungsfunktion. Sie hilft bei der technischen Darstellung mehrsprachiger Inhalte, übernimmt jedoch nicht die eigentliche Übersetzungsarbeit für regulatorische Texte. Warnhinweise muss der Händler selbst in jeder Sprache liefern. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Dazu kommt: Warnhinweise sind kein einmaliges Projekt. Ändert sich ein Produkt oder passen sich Musterhinweise der EU an, muss jede übersetzte Version nachgezogen werden. Wer das manuell pflegt, ist fehleranfällig und oft nicht rechtzeitig aktuell.

Automatische GPSR-Übersetzung in 24 Sprachen mit GPSR Pro

GPSR Pro löst das Skalierungsproblem mit integrierter KI-gestützter Übersetzung. Das 24-Sprachen-Feature funktioniert so:

Du hinterlegst deine Warnhinweise einmalig in deiner Ausgangssprache, typischerweise Deutsch. Automatisch werden alle Texte in die aktivierten Zielsprachen übersetzt. Die Übersetzungen erscheinen über die Shopify-Markets-Integration direkt auf den Produktseiten der jeweiligen Zielländer. Jede aktive Sprachversion landet im revisionssicheren Audit-Trail, sodass du gegenüber Marktüberwachungsbehörden jederzeit nachweisen kannst, wann welcher Text in welchem Markt gültig war.

Die KI-Übersetzung ist auf regulatorische Sprache ausgelegt. Warnhinweise für Produktsicherheit haben eine klar definierte Fachterminologie, die sich gut auf gleichwertige Formulierungen in anderen EU-Amtssprachen übertragen lässt. Das ist kein allgemeines Marketing-Text-Sampling.

Für Händler mit Lieferanten aus China oder anderen Drittländern ist das besonders hilfreich: Hersteller-Warnhinweise fehlen oft komplett oder liegen nur auf Chinesisch oder Englisch vor. GPSR Pro kann aus den Angaben in der CE-Konformitätserklärung einen GPSR-konformen deutschen Warnhinweistext generieren und diesen dann in alle benötigten Sprachen übersetzen. Ein Klick genügt.

Mehrsprachige GPSR-Angaben in Shopify einrichten: Schritt für Schritt

Die vollständige mehrsprachige Umsetzung verbindet Shopify Markets mit GPSR Pro. So funktioniert das Zusammenspiel: Shopify übernimmt die marktspezifische Darstellung, GPSR Pro liefert die regulatorisch korrekten Warnhinweistexte in jeder Sprache.

4 Schritte für GPSR-Sprachpflicht in Shopify: Markets, GPSR Pro, Sprachen, Prüfen

Schritt 1: Shopify Markets einrichten

Im Shopify-Admin unter “Einstellungen > Märkte” richtest du für jeden Zielmarkt einen eigenen Market ein. Weise jedem Market die zugehörigen Länder zu. Shopify schaltet dann automatisch auf die Sprache und Währung des jeweiligen Markts um – ohne weiteren manuellen Aufwand von deiner Seite.

Schritt 2: GPSR Pro installieren und Ausgangstexte hinterlegen

Nach der Installation aus dem Shopify App Store hinterlegst du im GPSR Pro Dashboard für jedes Produkt die Warnhinweise in deiner Ausgangssprache. Für große Sortimente steht eine Bulk-Funktion bereit, über die sich Warnhinweis-Templates auf Produktgruppen oder Hersteller anwenden lassen, ohne jedes Produkt einzeln anzufassen.

Schritt 3: Zielsprachen aktivieren und Übersetzungen generieren

Im Dashboard wählst du die Sprachen, in die übersetzt werden soll. Das entspricht den Ländern in deinen Shopify Markets. GPSR Pro generiert die Übersetzungen automatisch. Jede Version lässt sich vor der Aktivierung reviewen und bei Bedarf manuell anpassen.

Schritt 4: Auf der Produktseite prüfen

Öffne die Shopify Thema-Vorschau für deinen Zielmarkt und prüfe, ob die Warnhinweise auf der Produktseite korrekt dargestellt werden. Alternativ lässt sich das mit einem VPN testen, der eine IP-Adresse aus dem Zielland simuliert.

Erkennt Shopify den Markt, schaltet er automatisch auf die hinterlegte Sprachversion um. Kein Template muss manuell angepasst werden, und keine Produktvarianten für unterschiedliche Sprachversionen sind nötig.

Häufige Fragen zu GPSR und Sprachen

Muss ich wirklich alle 24 EU-Sprachen übersetzen?

Nein. Du brauchst nur die Sprachen der Länder, in die du aktiv verkaufst und lieferst. Wer ausschließlich DACH-Märkte bedient, kommt mit Deutsch aus. Alle 24 Sprachen werden erst dann zur vollständigen Pflicht, wenn du tatsächlich in alle 27 EU-Mitgliedstaaten versendest.

Gilt die Sprachpflicht auch für Marktplätze wie Amazon?

Ja. Die Sprachpflicht gilt auf jedem Kanal, auf dem du Verbraucher in einem EU-Land erreichst. Ein Listing auf amazon.it muss Warnhinweise auf Italienisch enthalten, auch wenn du das Produkt von einem deutschen Lager aus versendest.

Reicht eine maschinelle KI-Übersetzung rechtlich aus?

Die GPSR fordert eine “leicht verständliche” Sprache, keine zertifizierte Übersetzung. Hochwertige KI-Übersetzungen mit Fokus auf regulatorische Terminologie erfüllen diesen Anspruch in der Praxis. Entscheidend ist, dass der Warnhinweis inhaltlich korrekt und terminologisch konsistent ist. Freie Maschinenübersetzungen ohne fachlichen Kontext sind hingegen riskanter als auf GPSR-Sprache spezialisierte Lösungen.

Was passiert, wenn Warnhinweise in der falschen Sprache vorliegen?

Fehlende oder falschsprachige Warnhinweise verstoßen gegen Art. 19 GPSR. Das kann zu Abmahnungen durch Wettbewerber oder Verbände, zu Bußgeldern bis zu 30.000 EUR und in schwerwiegenden Fällen zu Verkaufsverboten führen. Marktüberwachungsbehörden sind seit Dezember 2024 aktiv tätig.

Ist Englisch als gemeinsame EU-Sprache zulässig?

Englisch ist nur in Irland und Malta Amtssprache. Für alle anderen EU-Länder gilt: Englische Warnhinweise ersetzen die nationale Amtssprache nicht. Wer für den deutschen Markt auf englische Hinweise setzt, hält die Anforderungen der Verordnung nicht ein.

Was gilt für die Schweiz?

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied. Sie fällt daher nicht unter die GPSR. Stattdessen unterliegen Schweizer Produkte dem nationalen Produktesicherheitsgesetz (PrSG) mit eigenständigen Anforderungen. Für Shopify-Händler, die in die Schweiz versenden, gilt für diesen Markt das PrSG – nicht die EU-Verordnung.

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GPSR Pro Redaktion

Unser Redaktionsteam verfolgt die GPSR-Rechtslage in der DACH-Region und übersetzt sie in umsetzbare Schritte für Shopify-Händler.

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