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GPSR-Migration von Amazon zu Shopify: Daten übernehmen

GPSR-Daten von Amazon zu Shopify übernehmen: die komplette Feldzuordnung, sechs Migrationsschritte und häufige Fehler beim Kanalwechsel im Überblick.

GP GPSR Pro Redaktion
13. August 2026 8 Min
Inhalt dieses Artikels

Ja, ihr könnt GPSR-Daten von Amazon zu Shopify übernehmen, aber nicht per Klick. Die General Product Safety Regulation, kurz GPSR beziehungsweise Verordnung (EU) 2023/988, kennt auf Shopify keine festen Systemfelder, deshalb landen Herstellerangaben, Warnhinweise und die Kontaktdaten eures EU-Verantwortlichen dort in benutzerdefinierten Metafeldern statt in einem vorgefertigten Formular wie im Amazon Seller Central. Wer schon auf Amazon compliant ist und jetzt zusätzlich oder stattdessen über Shopify verkauft, muss diese Daten deshalb aktiv migrieren: exportieren, den passenden Shopify-Feldern zuordnen und im Theme sichtbar machen. Dieser Artikel zeigt genau, welches Amazon-Feld zu welchem Shopify-Feld gehört und wie ihr die Migration in sechs Schritten ohne Compliance-Lücke durchzieht.

Kurzübersicht: Was bei der Migration passiert

  • Amazon speichert GPSR-Daten pro ASIN in Seller Central, Shopify speichert sie pro Produkt in Metafeldern
  • Ein automatischer Sync zwischen beiden Plattformen existiert nicht, die Übertragung läuft über CSV-Export/Import, eine Multichannel-App oder eine GPSR-App aus dem Shopify App Store
  • Angelegte Metafelder sind erst dann rechtssicher, wenn sie zusätzlich im Theme-Editor an die Produktvorlage gebunden und damit im Frontend sichtbar sind

Können GPSR-Daten von Amazon zu Shopify übernommen werden?

Kurz gesagt: technisch ja, automatisch nein. Amazon und Shopify haben unterschiedliche Datenmodelle für GPSR-Pflichtangaben, und es gibt keine offizielle Schnittstelle, die eure Amazon-Compliance-Daten eigenständig zu Shopify überträgt. Ihr müsst die Daten stattdessen über einen von drei Wegen bewegen: einen manuellen CSV-Export aus Amazon Seller Central mit anschließendem Import in Shopify, ein Multichannel-Tool wie eine Warenwirtschaftsanbindung, das Attribute automatisch zwischen beiden Systemen synchronisiert, oder eine spezialisierte GPSR-App, die Bulk-Importe für tausende SKUs auf einmal verarbeitet.

Der Grund für den fehlenden Automatismus liegt darin, dass die Verordnung (EU) 2023/988 selbst keine technische Umsetzung vorschreibt, sondern nur das Ergebnis. Wie was ist die GPSR für Amazon und Shopify konkret umgesetzt wurde, unterscheidet sich deshalb erheblich. Amazon hat als Marktplatzbetreiber eigene, vorgegebene Formularfelder im Seller Central eingeführt. Shopify überlässt es als offene Plattform den Händlern selbst, wie sie die Pflichtangaben abbilden, in der Regel über Metafelder oder eine App. Wer diesen Unterschied unterschätzt und einfach den bisherigen Amazon-Workflow erwartet, verliert wertvolle Zeit bei der Einrichtung.

Amazon vs. Shopify: Wo eure GPSR-Daten heute stecken

Bevor ihr migriert, solltet ihr wissen, welches Amazon-Feld welchem Shopify-Feld entspricht. Die folgende Tabelle zeigt die fünf zentralen GPSR-Datenpunkte im direkten Vergleich.

Amazon Seller CentralShopify-ÄquivalentHinweis
Herstellername (Produktdetails)Metafeld “Hersteller: Name”Muss pro Produkt neu angelegt werden, kein Systemfeld
HerstelleradresseMetafeld “Hersteller: Adresse”Straße, PLZ, Ort, Land als separate oder kombinierte Felder
Hersteller-Kontakt (E-Mail/Telefon)Metafeld “Hersteller: Kontakt”Elektronische Kontaktadresse laut Art. 9 GPSR ausreichend
EU-Verantwortliche Person (falls Hersteller außerhalb der EU)Metafeld “EU-Verantwortlicher”Nur nötig, wenn kein Hersteller mit EU-Sitz existiert
Sicherheits- und WarnhinweiseMetafeld oder Dateifeld “Sicherheitshinweise”Sprache des jeweiligen Verkaufslandes beachten

Laut Shopifys eigener Dokumentation zur GPSR legt ihr diese Metafelder im Adminbereich unter Einstellungen > Benutzerdefinierte Daten > Produkte an. Dort definiert ihr Feldtyp (Text, Datei oder Referenz) und Sichtbarkeit. Ein einzelnes angelegtes Metafeld zeigt aber noch nichts im Shop an, dafür braucht es den nächsten Schritt.

Fünf GPSR-Datenpunkte, die von Amazon Seller Central zu Shopify Metafeldern migriert werden müssen Fünf GPSR-Datenpunkte im Überblick: So ordnet ihr Amazon-Felder den passenden Shopify-Metafeldern zu.

Warum ein angelegtes Metafeld allein nicht ausreicht

Ein neu erstelltes Metafeld ist zunächst nur eine leere Datenstruktur im Backend. Damit es auf der Produktseite sichtbar wird, müsst ihr es im Theme-Editor (Onlineshop > Anpassen) an die Produktvorlage binden, meist als Textblock oder ausklappbare Sektion, verknüpft über die dynamische Quelle. Erst dann erscheinen Herstellername, Adresse und Warnhinweise tatsächlich für Kundinnen und Kunden sichtbar auf der Seite, wie es Art. 9 GPSR verlangt.

GPSR-Migration in 6 Schritten

Die folgenden sechs Schritte bringen eure bestehenden Amazon-GPSR-Daten strukturiert nach Shopify, unabhängig davon, ob ihr wenige Dutzend oder mehrere hundert SKUs verwaltet. Die folgende Übersicht zeigt den kompletten Ablauf auf einen Blick, bevor die einzelnen Schritte im Detail folgen.

Die sechs Schritte der GPSR-Migration von Amazon zu Shopify als Ablaufdiagramm Die sechs Schritte der GPSR-Migration von Amazon zu Shopify, von der Datenprüfung bis zur laufenden Pflege.

Schritt 1: Amazon-Daten auditieren

Verschafft euch zuerst einen Überblick, welche Produkte auf Amazon bereits vollständige GPSR-Angaben haben und welche nicht. Ruft dazu im Seller Central einen Produktbericht auf und prüft pro ASIN, ob Herstellername, Adresse, Kontakt und gegebenenfalls der EU-Verantwortliche hinterlegt sind. Lücken hier solltet ihr vor der Migration schließen, sonst übertragt ihr unvollständige Daten in ein zweites System.

Schritt 2: Daten exportieren

Loggt euch in Amazon Seller Central ein, ruft unter Berichte den Lagerbestands- beziehungsweise Produktbericht auf und exportiert ihn als CSV- oder TXT-Datei. Diese Datei enthält neben Standardattributen auch die Spalten für Herstellerdaten und Warnhinweise, sofern ihr sie auf Amazon gepflegt habt.

Schritt 3: Felder zuordnen

Öffnet die exportierte Datei und identifiziert die relevanten Spalten für Herstellername, -adresse, -kontakt, EU-Verantwortlichen und Sicherheitshinweise. Benennt oder ordnet diese Spalten so um, dass sie exakt zu den Shopify-Metafeldern passen, die ihr laut der Tabelle oben angelegt habt. Diese Zuordnung ist der Schritt, an dem die meiste manuelle Arbeit anfällt, besonders bei großen Sortimenten.

Schritt 4: In Shopify eintragen

Für kleinere Sortimente reicht der direkte CSV-Import über die Produktübersicht in Shopify, wo die zugeordneten Spalten automatisch in die passenden Metafelder einlaufen. Bei größeren Katalogen mit mehreren hundert SKUs oder vielen Produktvarianten lohnt sich stattdessen eine spezialisierte GPSR-App aus dem Shopify App Store, die Bulk-Importe direkt unterstützt und Tippfehler beim manuellen Mapping vermeidet.

Schritt 5: Vollständigkeit prüfen

Geht nach dem Import stichprobenartig mehrere Produktseiten im Live-Shop durch und prüft, ob Herstellerangaben und Warnhinweise tatsächlich sichtbar sind, nicht nur im Backend existieren. Das ist der Schritt, an dem die meisten Migrationen scheitern, siehe den nächsten Abschnitt.

Schritt 6: Übergangsphase verwalten

Solange ihr auf Amazon und Shopify parallel verkauft, müsst ihr Änderungen an GPSR-Daten, etwa ein neuer EU-Verantwortlicher oder aktualisierte Warnhinweise, auf beiden Plattformen synchron halten. Mehr dazu im Abschnitt zur Übergangsphase weiter unten.

Checkliste zum Abhaken

  • Amazon-Daten vollständig auditiert
  • Produktbericht exportiert
  • Spalten den fünf Shopify-Metafeldern zugeordnet
  • Import durchgeführt (manuell oder per App)
  • Sichtbarkeit auf mindestens 5 Produktseiten stichprobenartig geprüft
  • Prozess für parallele Pflege auf beiden Kanälen festgelegt

Häufige Fehler bei der GPSR-Migration

Diese Fehler tauchen bei Amazon-zu-Shopify-Migrationen am häufigsten auf, weil sie im Backend unsichtbar bleiben und erst bei einer Prüfung oder Abmahnung auffallen.

  • Metafelder angelegt, aber nicht im Theme verknüpft: Die Daten existieren im Adminbereich, erscheinen aber nie auf der Produktseite, weil der Bindungsschritt im Theme-Editor fehlt. Für Kundinnen und Kunden sind die Angaben damit unsichtbar, obwohl das Backend vollständig aussieht.
  • EU-Verantwortlichen-Vertrag nicht auf Shopify übertragen: Wer für Amazon bereits einen EU-Bevollmächtigten beauftragt hat, muss dessen Kontaktdaten auch auf der Shopify-Produktseite hinterlegen, nicht nur intern verwalten. Prüft dazu die Vertragsbedingungen eures EU-AR, ob eine plattformübergreifende Nutzung eingeschlossen ist.
  • Veraltete Warnhinweise 1:1 kopiert: Wenn sich Produktdetails seit dem letzten Amazon-Update geändert haben, übernehmt ihr sonst veraltete Sicherheitsangaben unverändert auf den neuen Kanal.
  • SKUs nicht sauber abgeglichen: Bei abweichenden SKU-Systemen zwischen Amazon und Shopify kann eine GPSR-Angabe versehentlich beim falschen Produkt landen.
  • Übergangsphase vergessen: Nach der Migration wird oft nur noch ein Kanal aktiv gepflegt, während der andere mit veralteten Daten weiterläuft.

Übergangsphase: Beide Kanäle parallel pflegen

Solange ihr auf Amazon und Shopify gleichzeitig verkauft, bleibt die GPSR-Pflicht für beide Kanäle unabhängig voneinander bestehen. Eine Aktualisierung, zum Beispiel ein neuer Warnhinweis nach einer Produktänderung, muss auf beiden Plattformen erfolgen, nicht nur auf der zuletzt bearbeiteten. Legt euch dafür am besten eine feste Routine an: Wer pflegt bei einer Änderung zuerst welchen Kanal, und wie stellt ihr sicher, dass der zweite Kanal nachzieht. Wie ihr GPSR-Daten dauerhaft aktuell haltet, auch über die reine Migrationsphase hinaus, beschreibt der Artikel zum GPSR-Datenmanagement im Detail.

GPSR-Daten automatisiert migrieren mit gpsrpro

Der arbeitsintensivste Teil der Migration ist die manuelle Feldzuordnung in Schritt 3 und die anschließende Kontrolle in Schritt 5, gerade bei einem Katalog mit hunderten Produkten und mehreren Varianten pro Artikel. Genau hier setzt gpsrpro an: Die KI-Hersteller-Erkennung liest bestehende Produktdaten, auch aus einem Amazon-Export, automatisch aus und ordnet sie den passenden Shopify-Feldern zu, statt dass ihr jede Spalte von Hand zuordnen müsst. Das integrierte Datenmanagement hält anschließend beide Kanäle synchron im Blick und markiert veraltete oder fehlende Angaben, bevor sie zum Compliance-Risiko werden. Für Shops mit einem größeren Produktkatalog reduziert das die Migration von einem mehrtägigen manuellen Abgleich auf eine weitgehend automatisierte Prüfung. So sieht der automatisierte Compliance-Überblick in der gpsrpro-Demo konkret aus:

gpsrpro Compliance-Dashboard mit KI-Hersteller-Erkennung und Audit-Trail für die automatisierte GPSR-Migration Das gpsrpro Compliance-Dashboard zeigt Vollständigkeit, offene Prüfungen und den gerichtsfesten Audit-Trail pro Produkt. (Quelle: gpsrpro.com)

Häufige Fragen

Kann ich meinen bestehenden EU-Bevollmächtigten von Amazon auch für Shopify nutzen? In der Regel ja, sofern der Vertrag keine kanalspezifische Beschränkung enthält. Prüft die Vertragsbedingungen eures EU-AR-Anbieters, ob eine plattformübergreifende Nutzung ausdrücklich abgedeckt ist, bevor ihr die gleichen Kontaktdaten auf Shopify übernehmt.

Welche Dokumente brauche ich zusätzlich zu den Produktseiten-Angaben? Neben den sichtbaren Pflichtangaben verlangt die GPSR eine technische Dokumentation mit Risikobewertung, die ihr im Zweifel gegenüber Marktüberwachungsbehörden vorlegen können müsst. Diese Dokumentation ist von der Plattform unabhängig und muss nicht separat für Amazon und Shopify erstellt werden, solange sie das jeweilige Produkt korrekt abdeckt.

Was passiert, wenn ich die Migration unvollständig durchführe? Fehlen GPSR-Pflichtangaben auf der Shopify-Produktseite, gilt der Shop unabhängig vom Amazon-Status als nicht konform. Das kann zu einer Abmahnung führen, auch wenn der Amazon-Auftritt vollständig compliant ist, da beide Kanäle rechtlich getrennt betrachtet werden.

Wie lange dauert eine manuelle Migration typischerweise? Das hängt stark von der Kataloggröße ab. Bei einem kleinen Sortiment mit wenigen Dutzend Produkten lässt sich der CSV-Export-und-Import-Weg oft an einem Tag abschließen. Bei mehreren hundert SKUs mit Varianten steigt der manuelle Aufwand deutlich, weshalb sich hier eine App-gestützte oder automatisierte Lösung meist auszahlt.

Muss ich für Shopify eine andere GPSR-App nutzen als für Amazon? Ja, Amazon-Compliance-Tools sind in der Regel eng an das Seller-Central-Datenmodell gebunden und lassen sich nicht direkt auf Shopify übertragen. Für Shopify braucht ihr eine eigenständige Lösung, die mit Metafeldern und dem Theme-System der Plattform arbeitet.

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GPSR Pro Redaktion

Unser Redaktionsteam verfolgt die GPSR-Rechtslage in der DACH-Region und übersetzt sie in umsetzbare Schritte für Shopify-Händler.

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